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Mangoldsmühle

Abriss des Wohnhauses der Familie Lanz, 1992. Foto: H. Engelhard

In der Schulgasse am Ort des heutigen Bauhofes bzw. Feuerwehrhauses befanden sich bis Anfang der 1990er Jahre die Gebäude der Mangoldsmühle. Einige davon stehen noch heute und werden vom Gemeindebauhof genutzt. An der Stelle des Feuerwehrhauses befand sich eine Scheune mit Stallungen, am Ort der heutigen Hofeinfahrt stand das Wohnhaus. Insgesamt war die Mangoldsmühle ein umfangreiches Anwesen.

Urkundliche Erwähnungen finden sich ab 1705 im Staatsarchiv, bei den Eintragungen ging es um den Erbleibrief, der in diesem Jahr erlassen wurde, später kamen Akten zu den Wasserrechten, zu den Schäden die durch die Revolutionskriege entstanden waren und den Ausbau der Mühle und die damit verbundene Ermäßigung der Pacht.

Die Mühle wurde über das Wasser aus dem Arbeitsgraben angetrieben, der sie von der Borngasse aus erreichte. Von hier floss das Wasser wahrscheinlich weiter zur Hirtesenmühle. Es findet sich eine Prozessakte von 1822, in der es um die Instandhaltung eben dieses Grabens ging und in der sich ein Johann Conrad Leichtfuß zu Esch mit Philipp Schönborn aus Walsdorf stritt.

Der Mühlenbetrieb wurde zu einem mir nicht bekannten Zeitpunkt eingestellt, vermutlich, also die Mühle von Rudolf Heilhecker an die Familie Lanz überging. In der Mitte des 20. Jahrhunderts wurden in den dann schon ehemaligen Gebäuden teilweise die Lehrer der Schule untergebracht, danach wurden einzelne Räume weiter als gemeinnütziger Wohnraum verwendet. Oberhalb des heutigen Bauhofes wohnte zuletzt der „Goggo-Stefan“, nach meiner Erinnerung hieß er so, weil er eben ein Goggomobil fuhr. Seinen richtigen Namen war Stefan Gunzelmann (* 1920 + 1992).

Wohnhaus der Mühle Lanz bzw. Mangoldsmühle oder „Lennewerts“, Juli 1988. Foto: Günter Seybert

Die letzten Bewohner des Wohnhauses waren Hermann Lanz (* 1902 + 1990) und seine Frau Emma (*1908 + 1983), geborene Schütz. Sie brachte auch aus ihrem Elternhaus in der Schwalbacher Straße 33 den letzten Hausnamen der Mühle mit, nämlich Lennewerts, was daher rührte, dass ihre Familie wohl in der damaligen Lindenstraße ein Wirtshaus betrieben hatte.

Im Vorfeld des Neubaus des Feuerwehrhauses wurden Wohnhaus und Stall abgerissen.

Quellen:

Mangoldsmühle in Esch (1705).
Mangoldsmühle bei Esch (1807).
Verein für Computergenealogie e.V. (no date) Grabsteine. Available at: http://grabsteine.genealogy.net/.

Ahlen

Der „Ahlen“ ist eine schmale Gasse zwischen den Häusern Schwalbacher Straße 19 (ehemals 17, Haus Eschenheimer) und 15 (ehemals Baum, dann Niemann, heute Richter). Er endet in der Flur „An der Limburger Straße“. Die Häuser dort gehören heute auch postalisch zur Limburger Straße, bis vor wenigen Jahren gehörten sie als Hausnummer 19a zur Schwalbacher Straße.

Ahlen bedeutet sinngemäß ganz allgemein „schmaler Weg/Fußweg zwischen Häusern“. So gibt es in Esch eigentlich mehrere Ahlen, diese sind allerdings weitgehend nicht mehr öffentlich zugänglich. In Idstein gibt es z.B. auch die Straße „im Kreuzahlen“. Wie sich Frank Müller und Thomas Schmittel erinnern würde der Weg auch „Lanzepädche“ genannt, eben weil es ein kleiner Pfad beim Anwesen Lanz ist.

Bei diesem Ahlen ist ein Zusammenhang mit einem ehemals dort verlaufenden Bach, der eventuell Teil des Arbeitsgraben gewesen sein könnte, zu vermuten.

Jüdische Gemeinde

Mauer und ehemaliger Friedhof am „Heftricher Weg“, Februar 2010

Bereits um 1700 lebten in Esch und Idstein jüdische Familien, die eine gemeinsame Gemeinde bildeten. In Idstein wurde 1793 auch eine Synagoge gebaut. Der Friedhof für diese Gemeinde wurde in Esch, am heutigen Ortsausgang der Eschtalstraße in Richtung Heftrich angelegt, der bis 1887 genutzt wurde. Danach wurde ein neuer jüdischer Friedhof in Idstein, gegenüber der heutigen Lore-Bauer-Halle, angelegt. Spätestens während der NS-Herrschaft wurde der Friedhof in Esch restlos abgeräumt, so dass heute weder Grabhügel noch Grabsteine, wohl aber eine Mauer, erhalten sind.

Die jüdischen Familien hatten bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch keine festen Familiennamen. Meist gab es nur einen Vornamen, dem der Vorname des Vaters als weiterer Name beigegeben wurde. Dazwischen konnte „ben“ für Sohn, oder „bat“ für Tochter stehen, was hier aber wohl nicht der Fall gewesen ist. Das konnte dann so aussehen:

Herz Salomon war der Sohn von Salomon. Der Sohn von Herz hieß dann wiederum z.B. Löb Herz.

Die Auswirkungen dieser abweichenden Namensgebung zeigt sich z.B. bei der Nacherzählung einer Begebenheit aus dem Jahre 1801. Damals soll der bekannte Räuber Johannes Bückler, genannt „Schinderhannes“, einen Teil des Raubgutes aus dem Überfall auf die Post in Würges an einen Juden namens Herz Salomon aus Esch verkauft haben, allerdings passen die Altersangabe aus den Prozessakten und das tatsächliche Alter und von Herz Salomon, dem Urgroßvater von Hermann Eschenheimer, nicht zusammen. Vermutlich handelte es sich daher um einen seiner Söhne, der kurz darauf den Namen gewechselt haben wird.

Unter der französichen Besatzung zu dieser Zeit änderte sich nämlich die Namensregelung, und die Juden mussten sich, als Bedingung für die Erlangung erweiterter Bürgerrechte, Nachnamen nach „deutschem“ Muster zulegen. Unter Übersetzung aus dem Hebräischen entstand dann aus Löb (Löwe) der Name Löwenstein, und mit Bezug auf den Herkunftsort der Name Eschenheimer, die sich teilweise bis in die NS-Zeit hielten. Im Jahr 1871 wurden bei einer Volkszählung 14 jüdische Einwohner erfasst, was allerdings aufgrund der vorliegenden Geburtstdaten recht wenig erscheint.

In den Kriegen des 19. Jahrhunderst, so z.B. 1870/71 und insbesondere im 1. Weltkrieg wurden viele jüdische Einwohner als Soldaten eingesetzt, teilweise meldeten sie sich freiwillig um ihre Zugehörigkeit zu Gemeinde und Staat zu beweisen. Im 1. Weltkrieg fielen Julius Eschenheimer und Max Löwenstein.

Die jüdischen Einwohner waren ab dem Zeitpunkt als das Vereinswesen liberalisiert wurde, also etwa Mitte/Ende des 19. Jahrhunderts, stets auch in den Escher Vereinen vertreten, so waren Hermann und Otto Eschenheimer ausweißlich der Inschrift auf dem Kriegerdenkmal Mitglieder des Kriegervereins, Otto Eschenheimer war Gründungsmitglied des Sportverein 1921 Esch e.V.

Gasthaus zur Krone, rechts am Bildrand Anwesen Eschenheimer, 1940er Jahre, Foto von R. Wick

Gasthaus zur Krone, rechts am Bildrand Anwesen Eschenheimer, 1940er Jahre, Foto von R. Wick

Über die Generationen entstanden mehrere „Judenhäuser“, also die Stammhäuser der Familien, die entsprechend weiter vererbt wurden. Eines stand neben dem Hof Lanz, zwischen dem heutigen Gasthaus Zur Krone und dem „Aahle„. Vor dem Krieg beherbergte es Teile der Familie Eschenheimer, stand dann aber wohl eine Zeit lang leer. Nach dem Krieg wurden dort noch Flüchtlinge einquartiert, irgendwann wurde es aber weitgehend abgerissen, so dass heute nur noch ein Teil der Mauern erhalten ist,  die als Wände für Schuppen des Anwesens Lanz genutzt werden.

Ehemals jüdisches Haus, heute Schwalbacher Str. 20, um 1963, Foto: Fam. Bund

Ehemals jüdisches Haus, heute Schwalbacher Str. 20, um 1963, Foto: Fam. Bund

Ein anderes jüdisches Haus war „Nathans Haus“, dort, wo heute die Schwalbacher Str. 20 mit Bank, Arztpraxis und Apotheke ist, am Anfang der Borngasse. Dort wohnte das letzte Mitglied der jüdischen Gemeinde Esch, Rebecca Löwenstein, vermutlich bis 1938. Das Haus wurde unter der NS-Herrschaft eingezogen. Das Grundstück wurde in den 1960er Jahren von Walter Bund gekauft und das Haus wurde abgerissen.

Ortsansicht und Geschäft von Feist Löwenstein

Gegenüber von Nathans Haus befand sich das Geschäft von seinem Bruder Ferdinand Löwenstein, der dort als Vieh- und Warenhändler aktiv war. Nach 1934 übergab er sein Geschäft an seinen Sohn Albert, 1936 zog die Familie nach Königstein. Heute befindet sich hier die Bäckerei Ries.

Die Geschäftsbeziehungen der Escher Einwohner mit den jüdischen Geschäftsleuten wurden nach der Machtergreifung des NS-Unrechtsregimes zusehends schwieriger. So berichtet Wilhelm Jung aus Reichenbach von Repressalien gegen ihn aufgrund seiner Geschäfte mit einem jüdischen Viehhändler aus Esch.

Karl Bund, der in den 1930er Jahren neben dem Geschäft von Ferdinand Löwenstein ein Dependance der Firma Goldschmidt (vermutlich Meier Goldschmidt & Cie) aus Idstein unterhielt, wurde nach Erinnerungen von Albert Bund zeitweise mit einem Boykott belegt, dem er sich wohl auch anfänglich widersetzte. Er entging entsprechenden Folgen wohl nur durch eine verwandschaftliche Beziehung mit der Frau des NSDAP-Bürgermeisters Adolf Heilhecker.

Da die jüdische Gemeinde Ende der 1930er Jahre faktisch nicht mehr existierte kam es auch zu keinen Deportationen direkt aus Esch. Dennoch ist ein Angriff auf das Haus von Nathan und Rebecca Löwenstein überliefert, und zahlreiche ehemalige Escher Einwohner starben auf der Flucht oder in den Vernichtungslagern der Nazis (Aufzählung vermutlich nicht vollständig).

1940: Willi Eschenheimer, Bertha Löwenstein (geb. Weinberg)

1941: Mathilde Issselbächer (geb. Löwenstein), David Löwenstein

1942: Selma Kahn (geb. Löwenstein), Frieda Stern (geb. Löwenstein), Selma Hermann (geb. Löwenstein),  Hermann Löwenstein, Selma Löwenstein (geb. Vogel), Ilse Löwenstein

1943: Bertha Nachmann (geb. Eschenheimer), Ruth Löwenstein

2019 wurden in Idstein drei Stolpersteine für die Familie von David Löwenstein verlegt. Foto: Stefan Gärth

Bei den Orten, an denen die Menschen zu Tode kamen, finden sich viele Ortsnamen die zu Symbolen der menschenverachtenden Vernichtungspolitik der NSDAP geworden sind. Dazu gehören die Tötungsanstalt Prina Sonnenstein, die Gehttos Minsk und Theresienstadt sowie die Vernichtungslager Sobibor und Auschwitz.

Einigen Familienmitgliedern gelang die Ausreise bzw. Flucht in sichere Länder, so dass sowohl in Israel als auch in den USA und Südamerika heute die Escher Namen Löwenstein und Eschenheimer weiter exisitieren.

Quellen:

Königlisches statistisches Büro (1873) Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Hessen-Nassau und ihre Bevölkerung nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871. Available at: http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb11157798_00006.html.
Wald, H. (2012) Eine kleine Chronik von Einem, der die Straßen von klein auf erlebt und auf ihnen gelebt hat. Waldems.
Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum (no date) Alemannia Judaica. Available at: http://www.alemannia-judaica.de.

Schule

In früheren Zeiten war die Aufgabe, die Kinder des Ortes zu unterrichten, dem Pfarrer auferlegt. Wenn er es sich leisten konnte, beschäftigte er einen Lehrer, sozusagen als Hilfsarbeiter. 1713 wurde die allgemeine Schulpflicht eingeführt, so dass ab dann auch die Mädchen zur Schule gingen. Anfang des 19. Jahrhunderts kam eine staatliche Aufsicht hinzu. Aus dem Jahre 1808 ist ein bericht des Schulaufsehers Bender über die Schule in Esch erhalten. In diesem werden die Leistungen der Schüler zunächst überschwänglich gelobt, allerdings findet der Beamte keine lobenden Worte für den Lehrer Lanz, der nach seinen Worten dem Trunk ergeben gewesen sei. Nachdem er mit der Amtsenthebung bedroht worden war gelobte der gescholtene Lehrer unter Tränen Besserung, wurde aber in der Folge auf’s schärfste überwacht.

Die Schüler der „Volksschule“ wurde in Esch unterrichtet, wahrscheinlich im Pfarrhaus. Das heutige Rathaus wurde im 19. Jahrhundert als Schulgebäude in der Schulgasse 2 errichtet. Sie hatte auch Wohnungen für die Lehrer. Dazu gab es auch eine Scheune. Diese wurde später abgerissen und es entstanden Toiletten. Heute ist dort der Mitarbeiter-Parkplatz.

Landwirt Adolf Engel in de Schwalbacher Straße, vor der Schule. Im Hintergrund die Scheune des Schulhauses. Foto von F. Müller

Landwirt Adolf Engel in der Schwalbacher Straße, vor der Schule, 1940er Jahre. Im Hintergrund die Scheune des Schulhauses. Foto von F. Müller

Einschulung 1954 mit den Lehrern Blumentritt und Keffert und u.a. Gerhard Ott, Achim Diehl, Annerose Schneider u.v.m.

Einschulung 1954 mit den Lehrern Blumentritt und Keffert und u.a. Gerhard Ott, Achim Diehl, Annerose Schneider u.v.m.

Nach dem 2. Weltkrieg wurden die Lehrerwohnungen nicht mehr als solche genutzt. Dort wohnten dann die Flüchtlingsfamilien Liepold und Neugebauer. Der Lehrer Otto Keffert wohnte in einem der „Gemeindehäuser“ in der Eschtalstraße und auch Herr Blumentritt wohnte am Heftricher Weg bei Familie Moog. Weitere Lehrerinnen wohnten in der Mühle der Familie Lanz in der Schulgasse.

 

In den 1960er Jahren wurde mit den Nachbargemeinden das Projekt einer Mittelpunktschule für die Schüler ab der 5. Klasse in Heftrich diskutiert, bald aber von schulpolitischen Entscheidungen, vor allem der Einführung der Förderstufe, überholt. Schulträger für alle Schulen waren jetzt nicht mehr die Gemeinden, sondern der Landkreis. Die Schüler der höheren Schuljahre gingen weiter nach Idstein.

Im Jahr 1970 folgte die nächste größere Reform: Die kleinen Volksschulen in den Orten wurden aufgehoben, die Escher Grundschüler gingen fortan nach Heftrich. Die dortige Schule war dem großen Schüleraufkommen aus Heftrich selbst, Bermbach, Esch, Kröftel, Nieder- und Oberrod nicht mehr gewachsen, so dass drei so genannte „Schulpavillions“ aus Wellblech aufgestellt und eine Toilettenanlage auf dem Schulhof errichtet wurden.

Dieses, von den Schülern „Barracken“ genannte Provisorium sollte bis 1991 Bestand haben, da die Überlegungen, für die 1972 gegründete Gemeinde Waldems eine eigene Grundschule zu bauen, die Entwicklung der Heftricher Schule über Jahrzehnte beeinträchtigte.

Das Schulgebäude in Esch wurde nach dem Ende des Schulbetriebes als Rathaus der Gemeinde Waldems genutzt und später um einen Anbau ergänzt.

Quellen:

Jahrbuch Rheingau-Taunus-Kreis 2018 (2017).
Altenburgschule Heftrich (no date) Geschichte der Schule, Altenburgschule. Available at: http://www.alteburgschule.info/über-die-schule/geschichte-der-schule/.

Koalitions- und Befreiungskriege

Während der Revolutionskriege, den so genannten 1. und 2. Koalitionskriegen von 1792 bis 1802 standen zunächst Österreich und Preußen, später Großbritannien, Spanien, die Niederlande und Neapel gegen Frankreich, später verhielt sich Preußen neutral. Teile Hessens und Nassaus kamen in der Folge unter französischen Einfluss und erst mit den Befreiungskriegen 1813 bis 1815 erhielten die Ländereien wieder in eine echte Selbstständigkeit.

Bereits im Jahr 1792 begann der Krieg, Esch zu betreffen. So lag am 15. Juli 1792 das preussische Füsilierbataillon von Thadden in Esch. Nach dessen Abzug in Richtung Reichenbach und Steinfischbach folgte am 18. Juli der Stab des Infanterieregimentes Erbprinz von Hohenlohe. Bis 1794 folgten fast ständig weitere preußische Einheiten. Die Escher mussten jeweils Hafer, Heu, Stroh, Fleisch, Brot, Wein, Bier und Branntwein abliefern.

Im Frühsommer 1795 richteten zudem noch Hagel und Gewitter schwere Schäden, das Jahr 1795 brachte dann wechselnde Durchmärsche und Einquartierungen der kaiserlichen und französischen Armeen. Im Oktober plünderten die Franzosen den Ort komplett aus, kein Saatkorn blieb übrig und die Einwohner blieben teils nur mit den Kleidern zurück, die sie am Leib trugen. Die Tiere wurden aus den Ställen geholt und geschlachtet, das Inventar der Häuser teilweise verbrannt.

Am 9. Juli 1796 verloren die Österreicher ein Gefecht gegen die Franzosen zwischen Camberg und Selters. Am darauf folgenden Tag, dem 10. Juli 1796 scheiterte auch der österreichische Widerstand bei Esch. Abermals kam es zur Abgabe von Kontributionen und zu Plünderungen. So äußert der Schultheiß von Esch, dass die Bauern das gemachte Heu „auf dem Rücken in die Scheuern transportieren“ mussten, da alle Ochsen und Pferde weggenommen worden waren.

Mit dem Ende des 18. Jahrhunderts endeten auch zunächst mit einer sich verstetigenden Besetzung durch die Franzosen der ständige Durchmarsch unterschiedlicher Einheiten und Völker. Aber auch das machte das Leben nicht friedlicher. Alleine 1797 hatten umherziehende französische Banden die Orte in der Ems dreimal überfallen, und Banden wie die des Schinderhannes trieben auch Anfang des 19. Jahrhunderts ihr Unwesen. So mancher Einwohner muss bei all diesen Wirren seine Zuflucht im Trank gesucht haben. So wird aus dem Jahr 1803 vom damaligen Pfarrer Bender berichtet, er habe das Kind des Schulmeisters Lanz im Zustand der Trunkenheit getauft und sich im Wirtshaus Zum Grünen Baum eine Schlägerei mit einem durchreisenden Malergesellen geliefert.

Auf Druck des französischen Kaisers Napoleon entstand 1806 das Herzogtum Nassau, welches sogleich dem Rheinbund, einer Allianz zu Gunsten französischer Interessen, beitrat. Dies brachte Aushebungen, die Teile der männlichen Bevölkerung auf die Schlachtfelder Napoleons in aller Welt führte. So war etwa der Sohn des Zimmermanns Michael Wolfsheimer, Philipp, der 1808 die Obermühle in Oberems ersteigerte, zu diesem Zeitpunkt noch zum Militärdienst eingeschrieben. Dies brachte aber auch die Einführung zeitgemäßer Gesetze, die zur Abschaffung der Leibeigenschaft und zur Einführung der Reise- und Niederlassungsfreiheit führte. Zudem galten nun liberalere Vorschriften für Handel und Gewerbe, der Zunftzwang wurde abgeschafft.

Nach der Völkerschlacht bei Leipzig im Oktober 1813 wandte sich das Blatt, der Rheinbund zerbrach und die Franzosen begannen einen Rückzug, der sie über Hanau auch wieder durch den Taunus Richtung Rhein führte. Das Herzogtum Nassau trat nun dem antinapolionischen Bund bei und die im Feld stehenden nassauischen Truppen erhielten den Befehl, die Front zu wechseln. In der Nacht vom 4. auf den 5. November 1813 rückte das Corps des Fürsten Czernitschew über Esch in Richtung Limburg vor. Dabei müssen es die Escher mit der Angst zu tun bekommen haben und sie flüchteten sich teilweise nach Bermbach. Es folgten die Einheiten des Feldmarschall Blücher, die erst am 1. Januar 1814 ihren berühmten Rheinübergang bei Kaub machten. Solange mussten die Gemeinden im Taunus wiederum die Soldaten mit Lebens- und Futtermitteln unterhalten.

Im September 1814 wurde im Herzogtum Nassau die landständische Verfassung erlassen. Die Landstände bildeten demnach so etwas wie eine frühe Form des Parlamentes. U.a. war Philipp Reinhard Seybert aus Esch einer der ersten Landstände.

Gemälde von William Sadler (1782–1839) – gemeinfrei

Ab 1814 beteiligten sich neu ausgehobene nassauische Truppen an der Belagerung von Mainz und 1815 kämpften die Nassauer an der Seite von Großbritannien und den Niederlanden, später auch verstärkt durch Blüchers Preussen, in Waterloo und bereiteten der Herrschaft Napoleons ein Ende. Erkenntnisse über mögliche Verluste Escher Einwohner aus dieser Zeit liegen nicht vor. Der spätere Escher Pfarrer Karl Wilhelm Albert Erwin Gros verfasste die Kurzgeschichte Veteran Schlössermann die die verwirrenden Zustände in dieser Zeit humorvall beschreibt.

Quellen:

Gros, E. (1925) Winkelhude und anderes. Oranien-Verlag Herborn.
‘Das Gebiet der Pfarrei Esch und die Anfänge ihrer Dörfer’ (no date).
Kreisausschuß des Rheingau-Taunus-Kreises (2002) Das Nassauer Land Geschichte Landschaft Menschen.
Baumann, H.-J. and Seyberth (1989) Die Seyberths. Bilder zur Geschichte einer Nassauischen Familie. Wiesbaden.

Feuerwehrhaus

Der wahrscheinlich erste Geräteschuppen der Feuerwehr befand sich dort, wo heute der Parkplatz der Gemeindeverwaltung in der Kirchgasse liegt. Neben dem Geräteschuppen befand sich dort früher auch die Milchsammelstelle. Und zeitweise ein unterstand für den gemeindeeigenen Leichenwagen. Das Gebäude stand etwa bis Ende der 1970er Jahre.

1963 konnte eine Halle des bestehenden Hauses in der Frankfurter Straße 21 bezogen werden, 1966/67 kam auch die zweite Halle dazu. Im Jahr 1978 konnten ein Unterrichtsraum und eine Toilette eingebaut werden, eine Heizung folgte 1982. Der Platzbedarf stieg trotzdem ständig an, so dass ab 1984 die Überlegungen für einen Neubau oder Umbau reiften.

Dabei entstand, neben anderen Optionen, die Idee, die Feuerwehr auf dem Gelände Schulgasse 5, unterzubringen. Dort befand sich die ehemals die Mühle der Familie Lanz, genannt „Lennewirts“ und bereits der Bauhof. Nach weiteren Abrissarbeiten wurde der erste Spatenstich im August 1995 getätigt, der Umzug aus der Frankfurter Straße erfolgte nach viel Eigenleistung der Feuerwehrleute, knapp ein Jahr später im August 1996.

Quellen:

Freiwillige Feuerwehr 1934 Esch e.V. (1999) 65 Jahre Freiwillige Feuerwehr 1934 Esch e.V.
Freiwillige Feuerwehr 1934 Esch e.V. (1994) 60 Jahre Freiwillige Feuerwehr 1934 Esch e.V.
Freiwillige Feuerwehr 1934 Esch e.V. (no date) Chronik der Feuerwehr Esch. Available at: http://www.fw-esch.de/index.php/verein/cffwesch.

Schwalbacher Straße 19

Innenansicht des Gasthaus zur Krone, in den 1930er/1940er Jahren. Foto von Roman Wick

Das Gasthaus zur Krone in der Schwalbacher Straße 19 wurde um 1850 von der Familie Lanz errichtet und um 1900 um einen Tanzsaal mit Kegelbahn ergänzt, in dem auch Sitzungen und Feste abgehalten werden konnten. Ab 1905 war das Gasthaus auch Vereinslokal des Turnvereins, der im Winterhalbjahr auch den Saal für seine Turnstunden nutzte. Dabei muss es bereits in der Zeit des dreißigjährigen Krieges ein Gasthaus gleichen Namens gegeben haben, dessen Lage mir aber nicht bekannt ist.

Ansichtskarte Gasthaus zur Krone

Ansichtskarte Gasthaus zur Krone

Nachdem die Familie Lanz die Gaststätte nicht mehr weiter führte wurde sie zeitweise von der Familie Schieder betrieben. Im Saal wurde Mitte der 1960er Jahre eine Diskothek eröffnet. Pächter war Heinz Weissbart und nach dem Eröffnungsjahr wurde der „Beatschuppen“ „Club 66“ genannt. In den 1970er Jahren pachtete Hans Sedlak den alten Saal und eröffnete darin die bald überregional bekannte Diskothek „Club 74“. Parallel dazu betrieb sein Bruder Peter Sedlak (sen.) die Gaststätte weiter, die nach wie vor ein Dorfgasthaus blieb. Allerdings blieben bauliche Unterhaltungen bis in die 1990er Jahre weitgehend aus. Die Diskothek zog Mitte dieses Jahrzehnts in das Neubaugebiet Auf der Lind und der Saal, zu dem auch die Toiletten der Gaststätte gehörten, wurde schnell baufällig und ist teilweise vom Einsturz bedroht. Auch die Gaststätte wurde dann zeitweise geschlossen

Eingangsbereich zum Saal Lanz, damals "Club 74", etwa Anfang der 1990er Jahre

Eingangsbereich zum Saal Lanz, damals „Club 74“, etwa Anfang der 1990er Jahre

Erst als die Krone etwa 1995/1996 von Michael Kranich übernommen wurde, wurde sie erstmals seit langem wieder modernisiert. In dieser Zeit hatte die Gaststätte den Beinamen „up seits“.  Bis heute betrieben das Lokal immer wieder wechselnde Besitzer, so etwa Ruzdija „Rudi“ Lekovic, der bereits im Gasthaus Zur Traube in Bermbach mit seiner jugoslavischen Küche viele Gäste anzog, Nils Günkel oder Cornelia Preuß, die vorher die Linde in Niederems betrieb. Nach mehreren Phasen mit kürzerem und längerem Leerstand wechselten sich ab 2017 verschiedene Pächter ab, die jeweils eine Raucherkneipe mit Automatenspiel in der Krone betrieben. Im Jahr 2019 musste der Straßenseitige Giebel des alten Saales und das Dach des ehemaligen Eingangsbereiches und der Toilettenanlage aufgrund baulicher Mängel abgetragen werden.

Das eigentliche Grundstück ist nach wie vor im Besitz der Familie Lanz.

Quellen:

‘Das Gebiet der Pfarrei Esch und die Anfänge ihrer Dörfer’ (no date).
Recherche nach Kulturdenkmälern und Gesamtanlagen (no date). Available at: http://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de.

Freiwillige Feuerwehr 1934 Esch e.V.

Vor der Gründung der freiwilligen Feuerwehr wurde der Brandschutz in Esch durch eine Pflichtfeuerwehr sicher gestellt. Im Jahr 1934 fanden sich Karl Bund, Karl Leichtfuß, Karl Kilb, Hermann Lanz, Rudolf Ernst, Rudolf Leichtfuß, Hugo Schönborn, Otto Eichmann, Karl Engel, Wilhelm Pabst, Adolf Moog, Wilhelm Conrad, Adolf Pabst, Wilhelm Weller, Wilhelm Klapper, Heinrich Ernst, Hermann Saame, Karl Klapper, Adolf Bund, Karl Schneider, Willi Moog, Adolf Engel, Karl Werner, Willi Leichtfuß, Wilhelm Moog und Otto Bund zusammen und gründeten die freiwillige Feuerwehr. Erster Ortsbrandmeister wurde Adolf Pabst.

1936 wurde eine Motorspritze der Firma Flader auf einem Anhänger übernommen. Am 23. November 1938 wurden die Feuerwehren im gesamten Deutschen Reich aufgrund des „Gesetzes über das Feuerlöschwesen“ als „Feuerlöschpolizei“ der Zuständigkeit des Reichsministers des Inneren unterstellt.  Nach dem Beginn des 2. Weltkrieges und der Einberufung von Adolf Pabst wurde dessen bisheriger Stellvertreter Karl Bund Wehrleiter. Auch weitere Wehrmänner wurden eingezogen, so dass 1943 nur noch 18 Aktive zu verzeichnen waren (gegenüber 36 im Vorjahr). Die Feuerwehr wurde im 2. Weltkrieg nach Bombenangriffen auch in Frankfurt und Wiesbaden eingesetzt. Zum Transport der Gerätschaften wurde dabei das Kraftfahrzeug von Karl Lanz eingesetzt. Wie sich Albert Bund erinnert, wurde während des Krieges auch zeitweise eine Frauen-Feuerwehr-Abteilung aufgestellt.

Nach dem Krieg endete die Tätigkeit der freiwilligen Feuerwehr erst einmal, und es musste wieder eine Pflichtfeuerwehr aufgestellt werden. 1947 wurde die Wehr neu gegründet. Ortsbrandmeister wurde Willi Leichtfuß. 1955 wurde dann eine neue Tragkraftspritze der Firma Bachert angeschafft, 1956 das erste Feuerwehrauto, ein Opel Blitz. 1959 verstarb Ortsbrandmeister Leichtfuß und sein bisheriger Stellvertreter, Artur Engel, wurde sein Nachfolger. 1963 konnte das Feuerwehrhaus in der Frankfurter Straße bezogen werden.

Die Jugendfeuerwehr Esch im Gründungsjahr 1972. Auf dem Bild stehend v.l.: Jugendwart Friedel Lüth, Wolfgang Werner, Peter Hoffmann, Klaus Braumann, Klaus Hoffmann, Stefan Moog; kniend v.l.: Thomas Kilb, Thomas Weller, Wolfgang Baum, Bernd Bund, Hans-Gerd Moog. Foto von Stefan Moog

Die Jugendfeuerwehr in den 1970ern. Auf dem Bild stehend v.l.: Jugendwart Friedel Lüth, Wolfgang Werner, Peter Hoffmann, Klaus Braumann, Klaus Hoffmann, Stefan Moog; kniend v.l.: Thomas Kilb, Thomas Weller, Wolfgang Baum, Bernd Bund, Hans-Gerd Moog. Foto von Stefan Moog

1967 folgte Albert Leichtfuß II Artur Engel als Ortsbrandmeister nach. In diesem Jahr wurde auch das erste Mannschaftsfahrzeug, ein Ford-Bus, angeschafft. Leichtfuß wurde 1972, nach der Gründung der Gemeinde Waldems, auch deren stellvertretender Ortsbrandmeister. Sein Amt in Esch nannte sich nun Wehrführer, er hatte es bis 1977 inne. In seiner Amtszeit wurde nach dem Brand einer Feldscheuen in der Schulgasse im Jahr 1971 die Jugendfeuerwehr gegründet. Sie bestand aus 10 – 12jährigen Jungen, die bei den Aufräumarbeiten nach dem Brand geholfen hatten. Ihre Väter waren teils ebenfalls aktive Feuerwehrleute. Zudem viel in diese Zeit die Anschaffung des ersten normgemäßen Feuerwehrfahrzeuges, einem LF 8, wieder ein Opel Blitz.

In der vorderen Reihe die Gründer der Feuerwehr Esch. V.l.n.r. Karl Kilb, Hermann Lanz, Rudolf Leichtfuß, Otto Eichmann und Hugo Schönborn. Hinten von l.n.r.: Gerhard Ott, WF Otto Baum, KBI Oehmke, Schirmherr Hikade, Landrat Dietz, Landesbranddirektor Weck, Stefan Moog

Otto Baum folgte als Wehrführer im Jahre 1977 auf Albert Leichtfuß. 1978 wurde das Feuerwehrgerätehaus an- und umgebaut und 1979 wurde ein VW-Bus als Ersatz für den alten Ford angeschafft, 1980 folgte ein Schlauchanhänger. 1982 wurden die ersten Frauen in die Wehr aufgenommen. Der VW-Bus von 1979 wurde bereits 1983 gegen ein neueres Fahrzeug ausgetauscht. 1984 wurde das 50jährige Jubiläum der Wehr mit einem großen Fest auf dem Festplatz gefeiert. 1987 löste Gerhard Ott Otto Baum als Wehrführer ab. 1991 wurde wieder das Mannschaftsfahrzeug ausgetauscht, diesmal kam ein Fiat Ducato, und 1992 erhielt die Wehr einen Tragkraftspritzen-Anhänger und Wolfgang Baum wurde neuer Wehrführer. Im folgenden Jahr wurde das Löschfahrzeug ersetz, es kam ein LF 8/6 auf Mercedes-Fahrgestellt von der Firma Metz.

1996 konnte das neue Feuerwehrhaus in der Schulgasse eingeweiht werden. 2001 erfolgte die Indienststellung eines neuen ELW 1 auf VW LT, der gleichzeitig den alten Fiat Ducato ablöste. Im Jahr 2009 wurde das 75jährige Jubiläum der Wehr wieder mit einem großen Zeltfest auf dem Festplatz gefeiert.

Im Jahr 2017 stellte Wolfgang Baum sich aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl. Sein Nachfolger wurde Andreas Günther. Baum wurde nach 25jähriger Tätigkeit in diesen Ämtern zum Ehrenwehrführer und zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Quellen:

Freiwillige Feuerwehr 1934 Esch e.V. (1999) 65 Jahre Freiwillige Feuerwehr 1934 Esch e.V.
Freiwillige Feuerwehr 1934 Esch e.V. (1994) 60 Jahre Freiwillige Feuerwehr 1934 Esch e.V.
Freiwillige Feuerwehr 1934 Esch e.V. (no date) Chronik der Feuerwehr Esch. Available at: http://www.fw-esch.de/index.php/verein/cffwesch.

Kriegerdenkmal

Kriegerdenkmal in der Frankfurter Straße

Kriegerdenkmal in der Frankfurter Straße

Nach den so genannten „Deutschen Einigungskriegen“ 1864, 1866 und 1870/71 wurden, besonders in den 1890er Jahren, nachdem per Gesetz die Befugnis zur Errichtung von Denkmalen an die Gemeinden überging, zahlreiche Kriegerdenkmale errichtet. Das bekannteste davon dürfte die Germania am Niederwalddenkmal in Rüdesheim sein. Anders als nach dem 1. und 2. Weltkrieg wurden darauf oft nicht (nur) den gefallenen Soldaten gedacht, sondern, wie auch bei dem Denkmal in Esch, allen Teilnehmern des „glorreichen Feldzuges“. In diesem Falle denjenigen, die am deutsch-französischen Krieg 1870/71 teilgenommen hatten.

Gestiftet wurde das Denkmal vom Kriegerverein. Solche Vereine bildeten sich nach den Koalitionskriegen, in der Regel ab den 1840er Jahren, nachdem auch hierfür eine gesetzliche Grundlage geschaffen worden war. Durch die, in der Bevölkerung als erfolgreich wahrgenommenen Einigungskriege, erhielten diese Vereine weiteren Aufschwung. Es handelt sich um eine Säule, die auf der Straßenseite mit Eisernem Kreuz in Eichenlaub verziert ist. Obenauf sitzt ein Adler. Auf drei Mamor-Tafeln sind die Namen der Kriegsteilnehmer und der Stifter sowie der Schriftzug „Zur Erinnerung an den glorreichen Feldzug 1870/71“ zu lesen. Auf Bändern um den Sockel der Säule waren die Namen von erfolgreichen Schlachten aus dem Krieg zu lesen. Auf der Seite zur Frankfurter Straße kann man noch „Weissenburg“ erahnen. Auch sonst hat das Denkmal schon viel gelitten. Um den fehlenden rechten Adlerflügels gibt es das Gerücht, dass dieser nach dem 2. Weltkrieg durch Beschuss verlorgen gegangen sei. Insgesamt ist das Denkmal nicht mehr im allerbesten Zustand, der Beton bröckelt und es zeigen sich viele Risse. Vermutlich wurde es in den 1890er Jahren errichtet. Es ist ein Kulturdenkmal.

Ansichstkarte mit Lindenbaum und Kriegerdenkmal

Ansichstkarte mit Lindenbaum und Kriegerdenkmal

Die aufgeführten Namen der Teilnehmer (auf der Seite zum ehemaligen Gasthaus „Zum Taunus“) und der Vereinsmitglieder (auf der Seite in Richtung Frankfurter Straße) beinhalten zahlreiche alte Escher Familiennamen, die man teilweise bis heute nachvollziehen kann. Leider sind die Vornamen nicht ausgeschrieben, so dass eine Zuordnung einzelner Personen nur ungenau möglich ist. Einzig Conrad Leichtfuß, der am 18. August 1870 in der Schlacht um Gravelotte in Lothringen gefallen ist, wird mit vollem Namen genannt. Er war einer von 31.640 Toten und Verwundeten dieser Schlacht, an der auf beiden Seiten mehr als 180.000 Soldaten teilnahmen. Am Ende siegten die Deutschen.

Als weitere Teilnehmer werden aufgeführt:

Ph. Stamm, Ad. Kimpel(+), W. Kopp, K. Ries, S. Oppenheimer, A. Pabst, K. Hölzer(+), F. Schmidt, F. Ries, O. Ries, F. Diehl(+), F. A. Ries, Ph. K. Christmann, P. Pabst, D. Heilhecker, A. Stricker, O. Moog, W. Leichtfuß, W. Christ, Ph. Paul, A. Höhn, W. Schuhmann, Ph. Müller, F. K. Ries, L. Lanz, F. Leichtfuß, N. Löwenstein.

Die Vereinsmitglieder waren Adam Schüttig (sein Name wurde mit dem Vermerk „Veteran von 1848-49“ ausgeschrieben), F. Schüttig, O. Ries, O. Leichtfuß, Th. Saame, C. Füll, K. Konradi, K. Schüttig, W. Leichtfuß, K. Leichtfuß, K. Heilhecker, H. Eschenheimer, H. Schönborn, O. Eschenheimer, Th. Schüttig, O. Leichtfuß, K. Göbel, Ph. Weller, L. Link und Ph. Christmann

Quelle:

Recherche nach Kulturdenkmälern und Gesamtanlagen (no date). Available at: http://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de.