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Karl Schüttig

Karl Schüttig wurde am 30. Juni 1886 geboren. Er ist am 29. Januar 1917 im 1. Weltkrieg gefallen.

Quellen:

Verein für Computergenealogie e.V. (no date) Verlustlisten Erster Weltkrieg, genealogy.net/. Available at: http://wiki-de.genealogy.net/Verlustlisten_Erster_Weltkrieg/Projekt.

Deutsche Revolution

Die Deutsche Revolution bezeichnet eine durch die französische Februarrevolution inspirierte Bewegung in den Jahren 1848/1849, die das Ziel hatte, dass althergebrachte Standesdenken abzuschaffen und die „einfachen Bürger“ den Grundbesitzern und Adeligen gleich zu stellen. Recht deutlich wird das an den „9 Forderungen der Nassauer“. Im März 1848 forderten in Wiesbaden etwa 30.000 Menschen auf Initative von August Hergenhahn:

  1. Volksbewaffnung
  2. Pressefreiheit
  3. Einberufung eines deutschen Parlaments
  4. Vereidigung des Militärs auf die Verfassung
  5. Vereinigungsfreiheit
  6. Öffentlichkeit der Schwurgerichtsverfahren
  7. Umwandlung der Domänen in Staatseigentum
  8. Wahlrecht für alle Staatsbürger
  9. Religionsfreiheit

Der Landbevölkerung ging es auch um die Abschaffung des „Zehnten“, einer Naturalsteuer, die an den Herzog abzugeben war. Eine Auswirkung der Revolution war die Einberufung der Frankfurter Nationalversammlung, die aber schnell wieder an Bedeutung verlor. Teilweise kam es zu gewalttätigen und teils militärisch geführten Auseinandersetzungen, etwa in Baden, wo auch nassauische Truppen an der Bekämpfung der Aufstände beteiligt waren. Mit Ihnen war auch Adam Schüttig im Feld, der auf dem Kriegerdenkmal als Veteran dieses Waffenganges erwähnt wird.

Anders als in anderen Ländern blieb die Revolution in Nassau weitgehend unblutig und führten zu einer Wahlrechtsreform und einigen bürgerlichen Freiheiten, die in den folgenden Jahren, der so genannten Reaktion, nach und nach wieder zum Teil eingeschränkt wurden.

Im Rahmen der Revolution bildeten sich Ende 1848 in vielen Gemeinden so genannte Volksvereine, deren Ziel die Umsetzung der demokratischen Gedanken war. Einen solchen Verein gab es auch in Esch, wie die „Freie Zeitung“ am 21.12.1848 meldete. Sein Vorsitzender war der Pfarrer Wilhelm Höfeld, dessen Stellvertreter der Steinfischbacher Pfarrer Johannes Reber, der wiederum dort ebenfalls einen Volksverein anführte. Beide Vereine waren zudem noch Mitglied in dem Volksverein von Idstein.

Verkündung der Paulskirchenverfassung. Von Unbekannt – unknown, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=34982009

Die revolutionären Bestrebungen führten zur Frankfurter Nationalversammlung, die mit der so genannten Paulskirchenverfassung die erste demokratische Verfassung auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik erarbeitete. Letztlich konnte sich die Revolution jedoch noch nicht durchsetzen. Noch heute streiten die Gelehrten, ob die Paulskirchenverfassung jemals wirksam geworden ist. Unstreitig stellte sie aber eine große Leistung dar und war beispielgebend für die nachfolgenden demokratischen Bestrebungen bis hin zur Weimarer Republik. Im Taunus indessen verloren die Volksvereine nach und nach an Bedeutung, da sich die Bewohner einen kurzfristigeren Erfolg versprochen hatten. Im Mai 1849 gehörten Höfeld und Reber nochmals zu den 450 Deputierten eines Demokratenkongresses in Frankfurt. Dennoch gewann die Reaktion die Oberhand und revidierte vieles von dem, was im Rahmen der Revolution erreicht wurde.

Natürlich gab es, als die Revolution an Schwung verlor, entsprechende Repressalien gegen die Antreiber. Reber wurde z.B. nach Merenberg veresetzt. Die Volksvereine starben nach und nach wieder aus. Dennoch führte die Revolution insgesamt zu demokratischen Tendenzen, die sich in der so genannten Paulskirchenverfassung wieder fanden und damit letztlich, wenn auch nur teilweise, Eingang in einige Länderverfassungen fanden.

Quellen:

Buck, G. (2000) Steinfischbach im Laufe seiner Geschichte. Natur- und Wanderfreunde Steinfischbach e.V.

1. Weltkrieg

Die Tafel für die Opfer des 1. Weltkrieges am Ehrenmal

Die Tafel für die Opfer des 1. Weltkrieges am Ehrenmal

Im 1. Weltkrieg, der am 28. Juni durch das Attentat auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand ausgelöst wurde und einen Monat später begann, lagen die Fronten im Osten und im Westen, Kampfhandlungen auf dem Gebiet des Deutschen Reiches gab es kaum. So blieb auch Esch vor direkter Kriegseinwirkung verschont. Dennoch wurden zahlreiche Männer aus dem Ort als Soldaten in den Kampf geschickt und nicht wenige wurden verwundet, getötet oder gelten bis heute als vermisst.

Gemäß der Inschrift auf dem Ehrenmal am Friedhof sind die folgenden Escher Männer im 1. Weltkrieg gefallen oder werden vermisst:

1914 Heinrich Moog, Karl Moog, August Schaus, Ludwig Moll (vermisst)

1915 Julius Eschenheimer, Hermann Werner, Wilhelm Hölzer, Karl Preiß,

1916 ./.

1917 Karl Weber, Karl Schüttig, Theodor Gies, Karl Kimpel, Karl Moog

1918 Wilhelm Freund, Georg Schüttig, Georg Engel, Wilhelm Leichtfuß, Wilhelm Saame, Emil Stamm, August Stahl, Christian Moog, Adolf Schaus, Adolf Schüttig, Max Löwenstein, Albert Bund (vermisst)

Darüber hinaus wurden viele Escher Soldaten in den Kämpfen teils schwer verwundet, so etwa Adolf Kimpel, Wilhelm Engel, Hermann Saame, Heinrich Weller, Willy Schneider, Karl Schönborn, Karl Moll und sicher noch einige mehr. Einige trugen dabei Behinderungen davon, die sie zeitlebens begleiten sollten.

Unmittelbar nach dem Kriegsende wurde in Folge des Waffenstillstand von Compiègne, der am 11. November 1918 unterzeichnet wurde, die alliierte Besetzung aller linksrheinischen Gebiete und aller Gebiet in 30 Kilometern Radius von strategisch wichtigen Brückenköpfen durchgeführt. Esch lag gerade am Rand diese Besatzungszone, die Grenze verlief im Goldenen Grund zwischen Walsdorf und Würges. Starke französische Truppenkontingente lagen in Idstein. 1925 wechselte die Besatzung von den Franzosen an die Briten, von denen wiederum Einheiten in Idstein lagen.

Quellen:

Gärth, S. and Faust, P. (2010) Alt Idstein. Available at: http://www.alt-idstein.info.
Verein für Computergenealogie e.V. (no date) Verlustlisten Erster Weltkrieg, genealogy.net/. Available at: http://wiki-de.genealogy.net/Verlustlisten_Erster_Weltkrieg/Projekt.

Kriegerdenkmal

Kriegerdenkmal in der Frankfurter Straße

Kriegerdenkmal in der Frankfurter Straße

Nach den so genannten „Deutschen Einigungskriegen“ 1864, 1866 und 1870/71 wurden, besonders in den 1890er Jahren, nachdem per Gesetz die Befugnis zur Errichtung von Denkmalen an die Gemeinden überging, zahlreiche Kriegerdenkmale errichtet. Das bekannteste davon dürfte die Germania am Niederwalddenkmal in Rüdesheim sein. Anders als nach dem 1. und 2. Weltkrieg wurden darauf oft nicht (nur) den gefallenen Soldaten gedacht, sondern, wie auch bei dem Denkmal in Esch, allen Teilnehmern des „glorreichen Feldzuges“. In diesem Falle denjenigen, die am deutsch-französischen Krieg 1870/71 teilgenommen hatten.

Gestiftet wurde das Denkmal vom Kriegerverein. Solche Vereine bildeten sich nach den Koalitionskriegen, in der Regel ab den 1840er Jahren, nachdem auch hierfür eine gesetzliche Grundlage geschaffen worden war. Durch die, in der Bevölkerung als erfolgreich wahrgenommenen Einigungskriege, erhielten diese Vereine weiteren Aufschwung. Es handelt sich um eine Säule, die auf der Straßenseite mit Eisernem Kreuz in Eichenlaub verziert ist. Obenauf sitzt ein Adler. Auf drei Mamor-Tafeln sind die Namen der Kriegsteilnehmer und der Stifter sowie der Schriftzug „Zur Erinnerung an den glorreichen Feldzug 1870/71“ zu lesen. Auf Bändern um den Sockel der Säule waren die Namen von erfolgreichen Schlachten aus dem Krieg zu lesen. Auf der Seite zur Frankfurter Straße kann man noch „Weissenburg“ erahnen. Auch sonst hat das Denkmal schon viel gelitten. Um den fehlenden rechten Adlerflügels gibt es das Gerücht, dass dieser nach dem 2. Weltkrieg durch Beschuss verlorgen gegangen sei. Insgesamt ist das Denkmal nicht mehr im allerbesten Zustand, der Beton bröckelt und es zeigen sich viele Risse. Vermutlich wurde es in den 1890er Jahren errichtet. Es ist ein Kulturdenkmal.

Ansichstkarte mit Lindenbaum und Kriegerdenkmal

Ansichstkarte mit Lindenbaum und Kriegerdenkmal

Die aufgeführten Namen der Teilnehmer (auf der Seite zum ehemaligen Gasthaus „Zum Taunus“) und der Vereinsmitglieder (auf der Seite in Richtung Frankfurter Straße) beinhalten zahlreiche alte Escher Familiennamen, die man teilweise bis heute nachvollziehen kann. Leider sind die Vornamen nicht ausgeschrieben, so dass eine Zuordnung einzelner Personen nur ungenau möglich ist. Einzig Conrad Leichtfuß, der am 18. August 1870 in der Schlacht um Gravelotte in Lothringen gefallen ist, wird mit vollem Namen genannt. Er war einer von 31.640 Toten und Verwundeten dieser Schlacht, an der auf beiden Seiten mehr als 180.000 Soldaten teilnahmen. Am Ende siegten die Deutschen.

Als weitere Teilnehmer werden aufgeführt:

Ph. Stamm, Ad. Kimpel(+), W. Kopp, K. Ries, S. Oppenheimer, A. Pabst, K. Hölzer(+), F. Schmidt, F. Ries, O. Ries, F. Diehl(+), F. A. Ries, Ph. K. Christmann, P. Pabst, D. Heilhecker, A. Stricker, O. Moog, W. Leichtfuß, W. Christ, Ph. Paul, A. Höhn, W. Schuhmann, Ph. Müller, F. K. Ries, L. Lanz, F. Leichtfuß, N. Löwenstein.

Die Vereinsmitglieder waren Adam Schüttig (sein Name wurde mit dem Vermerk „Veteran von 1848-49“ ausgeschrieben), F. Schüttig, O. Ries, O. Leichtfuß, Th. Saame, C. Füll, K. Konradi, K. Schüttig, W. Leichtfuß, K. Leichtfuß, K. Heilhecker, H. Eschenheimer, H. Schönborn, O. Eschenheimer, Th. Schüttig, O. Leichtfuß, K. Göbel, Ph. Weller, L. Link und Ph. Christmann

Quelle:

Recherche nach Kulturdenkmälern und Gesamtanlagen (no date). Available at: http://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de.