Schlagwort-Archive: Dambeck

Schwalbacher Straße 22

Das Haus Dambeck, früher Hahn. Eine Hofreite aus dem 18. Jahrhundert in zentraler Lage in einem durch Borngasse, Kirchgasse und Schwalbacher Straße gebildeten Winkel. Das Wohnhaus ist verputzt, mit Krüppelwalmdach. Durch neuere Fenstereinbauten vor allem an der östlichen Traufseite verändert. An der Scheune findet sich das Erbauungsdatum 1730 im profilierten Torsturzbalken.

Quelle:
http://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de/14310/
Wald, 2012

Frankfurter Straße 2

Ortsansicht / Gasthaus "Zum Taunus"

Ortsansicht / Gasthaus „Zum Taunus“

Bei dem Anwesen in der Frankfurter Straße 2 handelt es sich, neben dem Riedschen Gut, um einen der beiden historischen Gutshöfe in Esch. Dort befand sich das Gasthaus zum Taunus sowie ein Einkaufsladen und später wechselnde Gewerbebetriebe.

Das Gasthaus zum Taunus an der Kreuzung B8/B275 (dem Dalles) ist ebenso wie die Krone ein Traditionshaus.  Auf einer Ansichtskarte von 1911 (siehe Bild) ist Karl Schneider als Wirt verzeichnet. Mitte des 20ten Jahrhunderts wirkte dort Willy Schneider.

Postkarte Ortsansicht Esch und Gasthaus zum Taunus von Willi Schneider, gelaufen 1934, Verlag durch Foto Leidner, Idstein

In dem Gebäude befanden sich bis in die 1990er Jahre neben der eigentlichen Gaststätte der EDEKA-Laden von Annemarie Kopp und der „Gemeinderaum“, der sowohl für die Chorproben des Gesangsvereins und des Frauenchores, vom Altenclub und für Versammlungen und offizielle, gemeindliche Anlässe als auch für private Feiern genutzt wurde. Bei letzteren ist insbesondere das „Flennes“ zu nennen, der Leichenschmaus nach einer Beerdigung, der in Esch traditionell mit Kaffe, Streuselkuchen und Reiheweck begangen wird. Hier erfolgte die Bewirtung dann durch den Taunus, zuletzt geführt von Lotte Dambeck, der Tochter von Willy Schneider.

Bis zuletzt betrieb Lotte Dambeck eine Lottoannahmestelle in Ihrer Kneipe. Große Gastronomie gab es dann schon nicht mehr. Die Gaststätte selbst wurde in den 2000er Jahren geschlossen.

Nach der Eröffnung des EDEKA-Marktes im Gewerbegebiet entstand in den Räumen des Ladens  eine Pizzeria, und nachdem das Dorfgemeinschaftshaus eröffnet wurde zog in den Gemeinderaum zunächst die Fahrschule Kobeck ein. Später wurde dieser Raum auch der Pizzeria angegliedert. Diese hatte seit der Eröffnung verschiedene Namen und noch mehr verschiedene Besitzer. Namen, an die ich mich erinnere, sind „Gepetto“, „Pinocchio“  und heute „Da Giorgio“. Die Pizzeria wird sowohl von der Dorfgemeinschaft als auch von Auswärtigen gerne genutzt und es gibt mehrere „Stammtische“. Sie genießt einen guten Ruf in der gesamten Umgebung.

Ehemaliger Gemeinderaum und EDEKA-Laden, heute Pizzeria da Giorgio, 2016, Foto: Pizzeria Da Giorgio

Ehemaliger Gemeinderaum und EDEKA-Laden, heute Pizzeria da Giorgio, 2016, Foto: Pizzeria Da Giorgio

Quellen:

Idsteiner Zeitung (2016) ‘Zeitzeuge Helmut Wald berichtet von seinen Erinnerungen an die Zeit des Nationalsozialismus’, 5 October. Available at: http://www.wiesbadener-tagblatt.de/lokales/untertaunus/idstein/zeitzeuge-helmut-wald-berichtet-von-seinen-erinnerungen-an-die-zeit-des-nationalsozialismus_16885141.htm.
Gülden, G. (2015) ‘Irmgard Schäfer leitet seit 40 Jahren den Altenclub in Esch’, Idsteiner Zeitung, 30 July. Available at: http://www.wiesbadener-tagblatt.de/lokales/untertaunus/waldems/irmgard-schaefer-leitet-seit-40-jahren-den-altenclub-in-esch_15930066.htm.

Sängervereinigung 1883 Esch e.V.

saengervereinigung

Obwohl das offizielle Gründungsdatum der Sängervereinigung mit 1883 angegeben wird, existieren Dokumente die belegen, dass der Chor bereits vor dem Deutsch-Französichen Krieg von 1870/71 existiert hat und mit dem Dirigenten Direktor Gut an der Siegesfeier am 6. August 1871 teilgenommen hat. Damals hieß der Chor „Eintracht zu Esch“. In den Folgejahren war Direktor Höngen der Dirigent. 1887 gab der Verein sich eine neue Satzung. Wilhelm Hahn war 1889 Präsident, 1891 war es Karl Engel, danach folgte Ludwig Baum.

Die letzten Aufzeichnungen vor dem 1. Weltkrieg finden sich 1910. Im Krieg und danach ruhte der Gesangsbetrieb offenbar weitgehend. Nach dem großen Krieg fanden sich weiterhin keine Aufzeichnungen zur „Eintracht“. Dafür gründete sich 1921 der Arbeiter-Gesangverein „Sängergruß“. Gründungsmitglieder waren Karl Moll, Wilhelm Jung, Karl Eichmann, Heinrich Weller, Wilhelm Weller, Hermann Moog, Hermann Saame, Robert Saame, Wilhelm Ott, Adolf Pabst, Wilhelm Engel, Karl Wolfsheimer, August Müller, Karl Räuscher, Wilhelm Moog und Willi Weller.

Ab 1925 finden sich auch wieder Aufzeichnungen zur „Eintracht“, deren Vorsitzender damals Ernst Schneider war. 1930 wurde Julius Lieber sein Nachfolger. Im Zuge der nationalsozialistischen Gleichschaltung wurden die beiden Vereine im Jahr 1933 zur „Sängervereinigung Eintracht Esch“ zusammen geschlossen. Vereinsführer wurde Karl Klapper I, Fritz Seel aus Oberems wurde der gemeinsame Dirigent. 1937 fand dann ein großes Sängerfest auf dem Festplatz in der Rausch statt, Dirigent war inzwischen der Lehrer Hans Muhl. Kriegsbedingt kamen die Vereinsaktivitäten nach 1939 so gut wie zum Erliegen, 1945 wurden alle Vereine durch die amerikanische Besatzung zunächst verboten.

1946 kam es bereits zur Neugründung des Vereins, der sich zunächst weiterhin „Sängervereinigung Eintracht“ nannte. Als Wegbereiter dieses Schrittes werden der Bürgermeister Hermann Leidig und der Pfarrer Wilhelm Bauer genannt. Vorsitzender wurde zunächst Karl Moll, der auch den „Sängergruß“ mit gegründet hatte und als Chorleiter fungierten in kurzer Folge die Lehrer Winkler und Lenzen aus Esch. Gustav Ax wurde 1948 neuer Vorsitzender und sollte es 22 Jahre lang bleiben. 1949 wurde der Verein nach Mitgliederbeschluss in „Sängervereinigung Esch“ umbenannt und 1950 wurde der Lehrer Wilhelm Kalkofen neuer Chorleiter.

Anzeige "Gasthaus zu Taunus, Werner und Lotte Dambeck", Festschrift "100 Jahre Chrogesang in Esch, 1983

Anzeige „Gasthaus zu Taunus, Werner und Lotte Dambeck“, Festschrift „100 Jahre Chrogesang in Esch, 1983

In den 1950er Jahren wuchs der Chor zeitweilig auf 56 Sänger an und entfaltete neben vielfältigem musikalischem Engagement auch schauspielerische Leistungen. So wurden im Saalbau Lanz verschiedene Laienspiele aufgeführt, darunter bekannte Stücke wie „Die Geierwally“, „Der Freischütz“ und „Ännchen von Thurau“.

Der Kinderchor beim Kerbezug 1970er/1980er Jahre. Foto von Edith und Theo Weller

Der Kinderchor beim Kerbezug 1970er/1980er Jahre. Foto von Edith und Theo Weller

1967 folgte dem Wilhelm Kalkofen als Chorleiter sein Enkel Erhard Osterer. 1968 feierte der Verein sein 85jähriges Jubiläum auf dem Schulturnplatz in der Schulgasse. Gustav Ax stellte 1971 sein Amt als Vorsitzender zur Verfügung. Ihm folgte Herbert Dambeck nach. 1974 wurde unter der Leitung von Heinz Buhlmann ein Kinderchor ins Leben gerufen, der bis Anfang der 1990er Jahre bestand und zuletzt von Harald Hess betreut wurde. 1978 übernahm Alfred Saame das Amt des Vorsitzenden. 1980 wurde Hans Peter Jung aus Bleidenstadt Chorleiter.

Der Vorstand der Sängervereinigung im Jahre 1983. Vorne v.l.n.r.: Herbert Dambeck, Werner Diehl, Herbert Kopp, Günter Sequenz, Heinz Müller, Willi Musilack. Hinten v.l.n.r.: Karl-Heinz Diehl II, Heinz Rücker, Alfred Saame, Franz Pfeiffer, Reinhold Beck. Foto aus "100 Jahre Chorgesang in Esch"

Der Vorstand der Sängervereinigung im Jahre 1983. Vorne v.l.n.r.: Herbert Dambeck, Werner Diehl, Herbert Kopp, Günter Sequenz, Heinz Müller, Willi Musilack. Hinten v.l.n.r.: Karl-Heinz Diehl II, Heinz Rücker, Alfred Saame, Franz Pfeiffer, Reinhold Beck. Foto aus „100 Jahre Chorgesang in Esch“

Lange Zeit fanden die Chorproben im so genannten „Gemeinderaum“ neben dem Gasthaus zum Taunus statt. Das Gasthaus wurde auch als Vereinslokal der Sängervereinigung bezeichnet. Im Juni 1983 wurde das 100jährige Jubiläum des Vereins mit einem großen Zeltfest auf dem Festplatz gefeiert. Neben einem bunten Programm mit bekannten Künstlern fand auch ein großer Chorwettbewerb statt, bei dem so viele Chöre teilnahmen, dass fast alle öffentlichen Gebäude bis hin zum Kindergarten als Probenlokale genutzt werden mussten.

Mit der Errichtung des Dorfgemeinschaftshauses wurde dort ein „Sängerrraum“, offiziell Clubraum 1 genannt, eingerichtet, wo Donnerstags die Chorproben stattfanden. Inzwischen (2015) wurde der Gesangsbetrieb eingestellt, da zu wenige Mitglieder sich noch aktiv beteiligten. Vorsitzender der Sängervereinigung ist Heinz Rücker.

Quellen:

Sängervereinigung 1883 Esch e.V. (1983) 100 Jahre Chorgesang in Esch.