Schwalbacher Straße 19

Innenansicht des Gasthaus zur Krone, in den 1930er/1940er Jahren. Foto von Roman Wick

Das Gasthaus zur Krone in der Schwalbacher Straße 19 wurde um 1850 von der Familie Lanz errichtet und um 1900 um einen Tanzsaal mit Kegelbahn ergänzt, in dem auch Sitzungen und Feste abgehalten werden konnten. Ab 1905 war das Gasthaus auch Vereinslokal des Turnvereins, der im Winterhalbjahr auch den Saal für seine Turnstunden nutzte. Dabei muss es bereits in der Zeit des dreißigjährigen Krieges ein Gasthaus gleichen Namens gegeben haben, dessen Lage mir aber nicht bekannt ist.

Ansichtskarte Gasthaus zur Krone

Ansichtskarte Gasthaus zur Krone

Nachdem die Familie Lanz die Gaststätte nicht mehr weiter führte wurde sie zeitweise von der Familie Schieder betrieben. Im Saal wurde Mitte der 1960er Jahre eine Diskothek eröffnet. Pächter war Heinz Weissbart und nach dem Eröffnungsjahr wurde der „Beatschuppen“ „Club 66“ genannt. In den 1970er Jahren pachtete Hans Sedlak den alten Saal und eröffnete darin die bald überregional bekannte Diskothek „Club 74“. Parallel dazu betrieb sein Bruder Peter Sedlak (sen.) die Gaststätte weiter, die nach wie vor ein Dorfgasthaus blieb. Allerdings blieben bauliche Unterhaltungen bis in die 1990er Jahre weitgehend aus. Die Diskothek zog Mitte dieses Jahrzehnts in das Neubaugebiet Auf der Lind und der Saal, zu dem auch die Toiletten der Gaststätte gehörten, wurde schnell baufällig und ist teilweise vom Einsturz bedroht. Auch die Gaststätte wurde dann zeitweise geschlossen

Eingangsbereich zum Saal Lanz, damals "Club 74", etwa Anfang der 1990er Jahre

Eingangsbereich zum Saal Lanz, damals „Club 74“, etwa Anfang der 1990er Jahre

Erst als die Krone etwa 1995/1996 von Michael Kranich übernommen wurde, wurde sie erstmals seit langem wieder modernisiert. In dieser Zeit hatte die Gaststätte den Beinamen „up seits“.  Bis heute betrieben das Lokal immer wieder wechselnde Besitzer, so etwa Ruzdija „Rudi“ Lekovic, der bereits im Gasthaus Zur Traube in Bermbach mit seiner jugoslavischen Küche viele Gäste anzog, Nils Günkel oder Cornelia Preuß, die vorher die Linde in Niederems betrieb. Nach mehreren Phasen mit kürzerem und längerem Leerstand wechselten sich ab 2017 verschiedene Pächter ab, die jeweils eine Raucherkneipe mit Automatenspiel in der Krone betrieben. Im Jahr 2019 musste der Straßenseitige Giebel des alten Saales und das Dach des ehemaligen Eingangsbereiches und der Toilettenanlage aufgrund baulicher Mängel abgetragen werden.

Das eigentliche Grundstück ist nach wie vor im Besitz der Familie Lanz.

Quellen:

‘Das Gebiet der Pfarrei Esch und die Anfänge ihrer Dörfer’ (no date).
Recherche nach Kulturdenkmälern und Gesamtanlagen (no date). Available at: http://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de.

8 Gedanken zu „Schwalbacher Straße 19

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