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Adenbach

Adenbach ist sowohl eine Flurbezeichnung sowie ein kleiner Bachlauf zur Emsbach hin, der im Wald zwischen Esch und Wörsdorf entspringt. Dieses Waldstück trägt den Flurnamen „Im Loh“. Beide Bezeichnungen lassen sich viele hundert Jahre zurück verfolgen. So belegte Anna Kettenbach, geborene Merkel, 1571 eine Wiese in der Adenbach mit einer Grundschuld, und 1727 gab es Streit zwischen den Eschern und Wörsdorfern über die Weiderechte im Loh.

Dabei liegt die Flur Im Loh bereits auf Wörsdorfer Gemarkung, und der westliche Teil der Flure „In der Adenbach“ und „Auf der Adenbach“, sowie südlich angrenzend „Zu Hahnäcker“ bilden die Gemarkungsgrenze auf Escher Seite.

Der kurze Adenbach fließt vom Waldrand durch einen Wiesengrund bis zum Verbindungsweg Esch – Walsdorf und speist dort einen Weiher, der sich im Besitz der Familie Leichtfuß befindet. Hier sind eventuelle Verbindungen zum Mühlengraben der Hirtesenmühle zu vermuten.

Quellen

HHStAW Bestand 133 Nr. U 460 (1727).
HHStAW Bestand 133 Nr. U 152 (1571).
Hessisches Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation (no date) Geoportal Hessen. Available at: http://www.geoportal.hessen.de/.

Schwalbacher Straße 21

Anwesen "Merkels", 2016

Anwesen „Merkels“, 2016

In dem umfangreichen Vierseithof an der Ortsdurchfahrt lebte im größten Teil des 20. Jahrhunderts Karl Bund. Der Hausname war aber „Merkels“. Dieser geht auf die Familie der Frau von Karl Bund, Emma Merkel (*1901) zurück und lässt sich in Esch bis in das 16. Jahrhundert zurück verfolgen, als eine Anna Kettenbach, geborene Merkel, eine Wiese in der Adenbach mit einer Grundschuld belegte.

Das vollständig verkleidete Fachwerkwohnhaus geht auf das 18. Jahrhundert zurück, das Dachgeschoss wurde um 1900 mit auf geschnitzten Streben überstehendem Dach erneuert. Der anschließende markante Torbau mit Vergitterung und Ziegelüberdachung wie auch das kleine massive, verputzte Nebengebäude entstanden im 19. Jahrhundert und wurden in den 1990er  Jahren abgerissen. Dort befindet sich heute der Parkplatz der Bäckerei Ries.

Karl Bunds Tochter Gudrun heiratete Walter Rinker, der sich damit den Namen Merkles-Walter einhandelte.

Im Garten des Anwesens Schwalbacher Str. 21 befand sich im Jahr 2016 ein teil des Grabsteins eines Karl Seyberth (*1859). Foto von Birgit Anderegg

Kuriosum: Im Garten des Hauses befand sich im Jahr 2016 unter einem Stützpfeiler ein Teil des Grabsteines von einem Karl Seyberth (*1859). Hierzu stehen weitere Nachforschungen noch aus. Hinweise nehme ich gern entgegen!

Quellen:

HHStAW Bestand 133 Nr. U 152 (1571).
Recherche nach Kulturdenkmälern und Gesamtanlagen (no date). Available at: http://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de.

Turnverein Esch 1893 e.V.

Aktuelles Wappen des TV Esch

Aktuelles Wappen des TV Esch

Im Jahr 1893 musste die Gemeinde Esch auf Anordnung des Landratsamtes einen Turnplatz für die Schuljugend errichten. Auf Betreiben des Lehrers Neugebauer wurde dann auf Himmelfahrt 1893 (16. Mai) der Turnverein Esch  gegründet. Besonderen Anteil hatten daran hatten auch Wilhelm Saame aus Esch und Wilhelm Leber von der Turngesellschaft Idstein. Neben den beiden und dem Lehrer Neugebauer waren die Gründungsmitglieder: Ludwig Bund, Peter Rheingans, Heinrich Ries, Wilhelm Kimpel,  Fritz Bund, Ludwig Diehl, Wilhelm Hahn, Karl Kopp, Karl Hahn, Wilhelm Kopp, Wilhelm Diehl, Wilhelm Ernst, Karl Leichtfuß, Fritz Engel, Philipp Christmann, Karl Kimpel, Wilhelm Jung, Karl Schneider, Wilhelm Engel, Karl Dächer, Wilhelm Baum, Karl Lanz, Ernst Heilhecker, Fritz Weller und Karl Diehl.

Verinsvorsitzender (damals Turn- und Sprechwart genannt) wurde Lehrer Neugebauer. Anfangs hatte der Verein 33 Mitglieder und 21 „Zöglinge“. 1895 wurde Peter Rheingans Vorsitzender. Es wurden ein Barren und ein Reck gekauft. 1897 wurde ein Spielmannszug aufgestellt, den Heinrich Ries leitete. Diese Abteilung bestand bis zum ersten Weltkrieg. 1898 wurde August Ernst Vorsitzender. 1899 nahm der TV am deutschen Turnfest in Hamburg teil und kaufte für 116 Goldmark ein Turnpferd. 1900 wechselte erneut der Vorsitz und Wilhelm Hahn leitete den Verein. 1901 wurde dem Spielmannszug von den Escher Mädchen ein Tabourstab gestiftet. 1905 weude Ernst Heilhecker Vorsitzender und das Gasthaus Zur Krone  wurde zum Vereinslokal erklärt. Im zugehörigen Saal konnte nun erstmals auch im Winter geturnt werden. 1907 war Karl Wilhelm Engel kurzzeitig Vereinsvorsitzender, bis 1908 Karl Klapper den Posten übernahm und bis 1923 weiter führte. 1909 fand dann erstmals ein Gau-Turnfest in Esch statt, wofür der Verein eine heute noch erhaltene Urkunde bekam.

Urkunde für die Damenriege des TV Esch zum Gau-Turnfest 1909 in Esch, Original im Vereinsheim des TV im DGH

Urkunde für die Damenriege des TV Esch zum Gau-Turnfest 1909 in Esch, Original im Vereinsheim des TV im DGH

Zum 17jahrigen Bestehen wurde 1910 für 428 Mark eine Vereinsfahne gekauft. Am 24. Juli wurde sie feierlich eingeweiht. 1919 wurde der nach dem ersten Weltkrieg ruhende Sportbetrieb wieder aufgenommen. 1920 wurde eine Fußballmannschaft aufgestellt. Ab 1922 gab es eine Gesangsriege, die von Lehrer Ott geleitet wurde. Auch eine Altersriege mit 24 Mitgliedern wurde aufgestellt, ebenso eine Damenriege. Letztere wurde von Heinrich Ries geleitet. Ab 1924 fand über viele Jaher hinweg ein Schauturnen im Vereinssaal statt. In diesem Jah rwurde Emil Schütz Vorsitzender, ihm folgte 1928 erneut Karl Klapper, 1933 wurde Fritz Hahn zu Vorsitzenden gewählt.

1935 wurde der Turnverein mit dem Sportverein vereinigt. Der Turn- und Sportverein stand nun unter Leitung des „Vereinsführers“ Otto Bund. Erst am 31. Januar 1953 wurden in einer letzten Generalversammlung aus dem TuS wieder zwei eigenständige Abteilungen. Bereits 1948 hatte man aber den Sportbetrieb nach dem Krieg wieder aufgenommen. 1953 trennten sich beide Vereine wieder und Karl Bund übernahm den Vorsitz.

Gedenkstein zum Baubeginn der Turnhalle, 1954. Nach dem Abriss der Turnhalle im DGH installiert.

Gedenkstein zum Baubeginn der Turnhalle, 1954. Nach dem Abriss der Turnhalle im DGH installiert.

1954 konnte die in Eigenleistung erstellte Turnhalle an der Schlabach eingeweiht werden. Sie wurde ab 1967 erweitert und ersetzte fortan den Saal im Gasthaus Krone auch für Veranstaltungen im Ort. 1968 wurde Horst Ries Vorsitzender des TV. 1969 und 1970 wurden Wander- und Tischtennisabteilung gegründet. 1973 wurde das 80jährige Vereinsjubiläum mit einem Schauturnen in der Turnhalle begangen. Ab 1976 existierte eine Prellball-Abteilung. Am 18. Mai 1978 wurde durch den Bürgermeister Hans Hikade ein neuer Schießstand eröffnet. 1982 wurde eine Badminton-Gruppe gegründet. Ab 1984 gab es alljährlich einen Radbiathlon. 1985 wurde im Vorfeld zur Durchführung des Kreisschützenballes in der Turnhalle die Decke mit Holz verkleidet. Ab 1987 gab es die Abteilung Kinderturnen.

Am 11. Dezember 1991 beschloss die außerordentliche Hauptversammlung des Vereines mit der Gemeinde zu verhandeln um ihr die Turnhalle zu übereignen und gleichzeit Nutzungsrechte im neu zu erbauenden Dorfgemeinschaftshaus zu erhalten. Dieser Vertrag wurde am 12. Juni 1992 unterzeichnet. Der Bau des DGH begann 1996. Am 1. November 1997 erfolgte die offizielle Einweihungsfeier. In der Folge wurden die Abteilungen Turnen für Jungen, Eltern-Kind-Turnen und Aerobic ins Leben gerufen. Von den 2000er Jahren bis in die 2010er Jahre richtete der Turnverein regelmäßig Fastnachtsveranstaltungen im DGH aus.

Am 8. April 2000 gab Horst Ries nach 32jähriger Tätigkeit als Vereinsvorsitzender sein Amt an Bernd Müller ab. Am 3. Juli 2001 wurde die Kraft- und Fitness-Abteilung gegründet, Gymnastik für Senioren gab es ab 11. März 2003. Am 7. Dezember 2003 wurde die Prellballabteilung Hessenmeister. Der Titel konnte in 2004 erfolgreich verteidigt werden. Am 9. Dezember 2006 konnte Lukas Jost als 500. Mitglied beim TV begrüßt werden.

Im Jahr 2016 wurde Frank Merkel Vorsitzender des Vereins. Bernd Müller wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Im Jahr 2018 wurde das 125jährige Jubiläum des Vereines mit zahlreichen Veranstaltungen begangen.

Quellen: