{"id":2169,"date":"2018-03-01T10:55:12","date_gmt":"2018-03-01T09:55:12","guid":{"rendered":"https:\/\/esch-taunus.de\/?p=2169"},"modified":"2018-03-01T20:46:40","modified_gmt":"2018-03-01T19:46:40","slug":"der-erste-kartoffelkaefer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/esch-taunus.de\/?p=2169","title":{"rendered":"Der erste Kartoffelk\u00e4fer"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_1648\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/esch-taunus.de\/?attachment_id=1648\" rel=\"attachment wp-att-1648\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1648\" class=\"wp-image-1648 size-medium\" src=\"https:\/\/esch-taunus.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/img004-300x204.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"204\" srcset=\"https:\/\/esch-taunus.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/img004-300x204.jpg 300w, https:\/\/esch-taunus.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/img004-768x521.jpg 768w, https:\/\/esch-taunus.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/img004-1024x695.jpg 1024w, https:\/\/esch-taunus.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/img004-624x423.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1648\" class=\"wp-caption-text\">Feldarbeit 1941. Foto von Irmgard Pfeil<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Kartoffel wurde wohl um 1615 in Nassau zun\u00e4chst als Zierpflanze heimisch. Erst im 18. Jahrhundert wurde sie auch zur Ern\u00e4hrung der Bev\u00f6lkerung genutzt, anfangs noch als seltene Sonntagsspeise. Um 1750 wurde sie in Preu\u00dfen mit den so genannten &#8222;Kartoffelbefehlen&#8220; Friedrich II. massiv verbreitet. Auch in den Nassauer Herzogt\u00fcmern halfen Kartoffeln, die Auswirkungen von Missernten in den 1770er Jahren zu mildern. Seither geh\u00f6rt die Kartoffel zu den grundlegenden Nahrungsmitteln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da die Kartoffel aus S\u00fcdamerika importiert worden war gab es zun\u00e4chst keine Sch\u00e4dlinge, die der Pflanze im gro\u00dfen Umfang gef\u00e4hrlich werden konnten. Erst im 19. Jahrhundert kamen die Kartoffelk\u00e4fer \u00fcber die gro\u00dfen H\u00e4fen nach Europa. Bis in die 1910er Jahre beschr\u00e4nkte sich ihr Vorkommen auf das westliche Europa, vor allem Frankreich. Im <a href=\"https:\/\/esch-taunus.de\/?p=104\">1. Weltkrieg<\/a>\u00a0verbreitetet Deutschland im Rahmen der Propaganda, dass Frankreich die K\u00e4fer per Flugzeug \u00fcber Deutschland abwerfen wolle, um die Kartoffelernte zu vernichten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den 1930er Jahren tauchten dann tats\u00e4chlich erstmals im nennenswerten Umfang Kartoffelk\u00e4fer in Deutschland auf. Im <a href=\"https:\/\/esch-taunus.de\/?p=102\">2. Weltkrieg<\/a>\u00a0wurde der K\u00e4fer wieder Mittel zur Propaganda. Deutschland und England beschuldigten sich gegenseitig, die Insekten aus Flugzeugen \u00fcber dem jeweils anderen gebiet abzuwerfen. Daf\u00fcr, dass das tats\u00e4chlich passierte, gibt es keine historischen Belege.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Albert Bund berichtete Esch historisch von der ersten Entdeckung des K\u00e4fers in Esch. Es muss wohl im Jahr 1942 gewesen sein, als erstmals ein K\u00e4fer auf dem Kartoffelacker von <a href=\"https:\/\/esch-taunus.de\/?p=1704\">Julius Fischer<\/a>\u00a0am <a href=\"https:\/\/esch-taunus.de\/?page_id=577\">Heftricher Weg<\/a>\u00a0gegen\u00fcber des <a href=\"https:\/\/esch-taunus.de\/?p=572\">j\u00fcdischen Friedhofes<\/a>\u00a0entdeckt wurde. Das ganze Ort kam aufgeregt an Ort und Stelle zusammen, und nat\u00fcrlich war man sich sicher, dass der Ami die K\u00e4fer abgeworfen haben muss.\u00a0In der Folge wurden Ma\u00dfnahmen des 1935 gegr\u00fcndeten &#8222;Kartoffelk\u00e4fer-Abwehrdienstes KAD&#8220; des Reichsern\u00e4hrungsamtes umgesetzt. Da gab es z.B, die Kartoffelk\u00e4fer-Fiebel, die an die Schulkinder verteilt worden waren. Die Kinder bekamen auch in den Folgejahren, in denen die Kartoffelk\u00e4fer-Plage sich zusehends ausweitete, mit Ihren Lehrern fallweise den Auftrag, im Feld &#8222;Kartoffelk\u00e4fer lesen&#8220; zu gehen. Das bedeutete statt Schulbank einen Tag im freien und wurde, so Albert Bund, in der Regel begeistert aufgenommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Folge versuchte man dem K\u00e4fer mit allerhand Mitteln bei zu kommen, u.a. brachten die amerikanischen Besatzer Pestizide mit, wie etwa das gesundheitlich sehr bedenkliche Lindan. In Ermangelung geeigneter Gef\u00e4\u00dfe haben dies die Escher in den Hungerjahren nach dem Krieg, wie etwa 1947, in Str\u00fcmpfen nach Hause getragen und teils deutlich \u00fcberdosiert aufgebracht, erinnert sich Albert Bund.\u00a0Dennoch hat sich der Kartoffelk\u00e4fer bis heute in Esch gehalten, und ich kann mich auch noch daran erinnern, wie ich als Kind in den 1980er Jahren mit meinem Opa in der Besch die K\u00e4fer und Larven in eine alte Blechdose gelesen habe, um sie dann in der Emsbach zu ers\u00e4ufen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Kartoffel wurde wohl um 1615 in Nassau zun\u00e4chst als Zierpflanze heimisch. Erst im 18. Jahrhundert wurde sie auch zur Ern\u00e4hrung der Bev\u00f6lkerung genutzt, anfangs noch als seltene Sonntagsspeise. Um 1750 wurde sie in Preu\u00dfen mit den so genannten &#8222;Kartoffelbefehlen&#8220; Friedrich II. massiv verbreitet. 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