{"id":1755,"date":"2017-01-16T10:49:35","date_gmt":"2017-01-16T09:49:35","guid":{"rendered":"http:\/\/esch-taunus.de\/?p=1755"},"modified":"2017-01-17T08:39:42","modified_gmt":"2017-01-17T07:39:42","slug":"eine-schlimme-wolfsjagd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/esch-taunus.de\/?p=1755","title":{"rendered":"Eine schlimme Wolfsjagd"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: justify;\">Kurz nacherz\u00e4hlt nach Gross, August, im Heimatjahrbuch des Untertaunus 1963<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach den Wirren des d<a href=\"http:\/\/esch-taunus.de\/?p=113\">rei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg<\/a>es war die Pfarrestelle in Esch lange Zeit nicht besetzt. So war Georg Christian R\u00fcger aus Walsdorf, dessen Sohn <a href=\"http:\/\/esch-taunus.de\/?p=870\">Johann Conrad R\u00fcger<\/a> sp\u00e4ter das Haus in der <a href=\"http:\/\/esch-taunus.de\/?p=338\">Kirchgasse 1<\/a> erbaute und der erste Pfarrer nach dem Krieg in Esch wurde, neben Walsdorf auch f\u00fcr Esch und Reinborn zust\u00e4ndig. Durch seine Aufzeichnungen in den Kirchenb\u00fcchern und Archivalien im Staatsarchiv zu Wiesbaden l\u00e4sst sich eine tragische Geschichte nachvollziehen, die sich im Januar 1665 in den W\u00e4ldern zwischen <a href=\"http:\/\/esch-taunus.de\/?p=125\">Dinkelstein<\/a> und Diersbach, am so genannten Wolfseck oder Bottseifen, abspielte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So hatte nach vielen Jahren der Entbehrungen und des Leidens, Niederems 1648 nur noch drei Hausges\u00e4\u00dfe und zwei Handvoll Einwohner. In den folgenden Jahren gab sich der Schulthei\u00df Johann Ludwig Henche jede M\u00fche, dem Dorf wieder Auftrieb zu verschaffen. Nach und nach siedelten sich Vertriebene aus anderen Teilen des Landes an, und mancher Hof wurde wieder bewirtschaftet. Mit der steigenden Einwohnerzahl konnten die Menschen in Niederems auch wieder die Aufgaben der Saat und Ernte in gr\u00f6\u00dferem Umfang versehen, und Eheschlie\u00dfungen und Kindersegen kamen hinzu. So heirateten dann auch im Mai des Jahres 1664 der Sohn des Schulthei\u00df, Hanns Heinrich Henche und Margarethe Metze, und alsbald durfte man auch Nachwuchs f\u00fcr das kommende Fr\u00fchjahr erwarten und der alte Henche war sich des Fortbestandes seines Geschlechtes sicher. Im Herbst konnte\u00a0 dann auch erstmals wieder ein Erntetanz an der Linde gefeiert werden, und zum ersten Mal zog so etwas wie Frohsinn in die Gem\u00fcter der geschundenen Niederemser ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Winter 1664 auf 1665 war jedoch\u00a0sehr hart, und zwischen den Jahren schneite es stark. In der Neujahrsnacht 1665 h\u00f6rten die Niederemser nicht nur das Heulen des Sturms, der durch die Strohd\u00e4cher blie\u00df, sondern von den W\u00e4ldern in Richtung Esch auch das Heulen der W\u00f6lfe, deren Jagd\u00a0aufgrund der M\u00fchsal des Krieges und des Wiederaufbaus lange Zeit vernachl\u00e4ssigt worden war. Wer durch diese W\u00e4lder nach Rod oder Heftrich gehen musste, der tat gut daran, ein Gewehr oder Pistolen mitzunehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der zweiten Woche nach Neujahr erhielt der Schulthei\u00df dann Kunde aus Idstein, dass f\u00fcr den 13. Januar eine Treibjagd auf die W\u00f6lfe angesetzt sei, f\u00fcr die sich die M\u00e4nner und Burschen von Esch, W\u00fcstems und Niederems samt der vorhandenen Waffen zur Verf\u00fcgung zu stellen hatten. In dem Gebiet, das heute Wolfseck hei\u00dft, oberhalb der Diersbach, hatte man drei gro\u00dfe W\u00f6lfe ausgemacht, denen man beikommen wollte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und so zogen die Niederemser, unter ihnen auch der werdende Vater Henche Junior, am fr\u00fchen Morgen durch den tiefen\u00a0Schnee bergaufw\u00e4rts. Doch der alte F\u00f6rste Schopper aus Idstein st\u00fcrzte im Schnee und ein Schuss l\u00f6ste sich aus seiner Muskete. Sie traf den Hanns Henrich Henche t\u00f6dlich in den Hals, so dass am Mittag nicht nur zwei tote W\u00f6lfe, sondern auch der verstorbene \u00a0Sohn des Schulthei\u00df, auf den er seine Hoffnung als Stammhalter auf seinem Hofe gesetzt hatte, ins Dorf getragen wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nur vier Tage sp\u00e4ter, so sagen es die Kirchenb\u00fccher, starb auch die Witwe des Juniors, Margarethe, noch bevor sie ihr Kind zur Welt bringen konnte. Man kann sicher annehmen, dass zwischen den beiden Todesf\u00e4llen eine Verbindung besteht, und vielleicht starb Henches Schwiegertochter am Kummer um ihren Mann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der\u00a0Hof des Schulthei\u00df Henche besteht dennoch bis in die heutige Zeit fort. Die Schwester des Verstorbenen heiratete eine Zeit danach den Sohn des W\u00f6rsdorfer Schulthei\u00df Bott. Diese Sippe erhielt das Haus\u00a0(heute &#8222;An der Linde 4&#8220;) bis in das 19. Jahrhundert, wovon auf die Innschrift im Sturzbalken des Scheunentors<\/p>\n<blockquote><p>Anno 1737 disser Bau steht in Gottes Hand Gott bewar es vor Feuer und Brand in Gottes Schutz steh ich \/ Adam Peter Bod u s<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">zeugt. Ein Wiese in der oben beschriebenen Wolfseck hei\u00dft bis heute &#8222;Bottseifen&#8220;. Durch Heirat wechselte der Name der Sippe um 1860 zu R\u00fccker. Friedrich August R\u00fccker lie\u00df das heutige Wohnhaus erbauen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quellen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><div id=\"zotpress-5f955730a81a9fcf97ab84fccc523142\" class=\"zp-Zotpress zp-Zotpress-Bib wp-block-group\">\n\n\t\t<span class=\"ZP_API_USER_ID ZP_ATTR\">3307718<\/span>\n\t\t<span class=\"ZP_ITEM_KEY ZP_ATTR\">{:EU58FP5Q}<\/span>\n\t\t<span class=\"ZP_COLLECTION_ID ZP_ATTR\"><\/span>\n\t\t<span class=\"ZP_TAG_ID ZP_ATTR\"><\/span>\n\t\t<span class=\"ZP_AUTHOR ZP_ATTR\"><\/span>\n\t\t<span class=\"ZP_YEAR ZP_ATTR\"><\/span>\n        <span class=\"ZP_ITEMTYPE ZP_ATTR\"><\/span>\n\t\t<span class=\"ZP_INCLUSIVE ZP_ATTR\">1<\/span>\n\t\t<span class=\"ZP_STYLE ZP_ATTR\">harvard1<\/span>\n\t\t<span class=\"ZP_LIMIT ZP_ATTR\">50<\/span>\n\t\t<span class=\"ZP_SORTBY ZP_ATTR\">default<\/span>\n\t\t<span class=\"ZP_ORDER ZP_ATTR\"><\/span>\n\t\t<span class=\"ZP_TITLE ZP_ATTR\"><\/span>\n\t\t<span class=\"ZP_SHOWIMAGE ZP_ATTR\"><\/span>\n\t\t<span class=\"ZP_SHOWTAGS ZP_ATTR\"><\/span>\n\t\t<span class=\"ZP_DOWNLOADABLE ZP_ATTR\"><\/span>\n\t\t<span class=\"ZP_NOTES ZP_ATTR\"><\/span>\n\t\t<span class=\"ZP_ABSTRACT ZP_ATTR\"><\/span>\n\t\t<span class=\"ZP_CITEABLE ZP_ATTR\"><\/span>\n\t\t<span class=\"ZP_TARGET ZP_ATTR\"><\/span>\n\t\t<span class=\"ZP_URLWRAP ZP_ATTR\"><\/span>\n\t\t<span class=\"ZP_FORCENUM ZP_ATTR\"><\/span>\n        <span class=\"ZP_HIGHLIGHT ZP_ATTR\"><\/span>\n        <span class=\"ZP_POSTID ZP_ATTR\">1755<\/span>\n\t\t<span class=\"ZOTPRESS_PLUGIN_URL ZP_ATTR\">https:\/\/esch-taunus.de\/wp-content\/plugins\/zotpress\/<\/span>\n\n\t\t<div class=\"zp-List loading\">\n\t\t\t<div class=\"zp-SEO-Content\">\n\n\t\t\t<\/div><!-- .zp-zp-SEO-Content -->\n\t\t<\/div><!-- .zp-List -->\n\t<\/div><!--.zp-Zotpress-->\n\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kurz nacherz\u00e4hlt nach Gross, August, im Heimatjahrbuch des Untertaunus 1963 Nach den Wirren des drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges war die Pfarrestelle in Esch lange Zeit nicht besetzt. 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